‚Flugzeugträger der NATO‘ war einmal ein Spitzname für das nördlichste Bundesland, aber auch die Teilstreitkräfte Marine und Heer waren neben der Luftwaffe im recht strukturschwachen Schleswig-Holstein stark vertreten – und sind es bis heute. Zuletzt lag der Anteil an Dienstposten der Bundeswehr je 1.000 Einwohner mit 9,2 in der Bundesrepublik am höchsten. Auch nach der laufenden Strukturreform der Streitkräfte werden hier nach Berechnungen des Bundesministeriums der Verteidigung  5,4 Dienstposten pro 1.000 Einwohner vorhanden sein – immer noch doppelt so viele wie im prognostizierten bundesdeutschen Schnitt.

Letztlich ist die Bundeswehr in Schleswig-Holstein seit Ende des Kalten Krieges in einem dauerhaften aber unstetigen Veränderungsprozess begriffen. Dies zieht regionalwirtschatliche aber auch gesellschaftlich-kulturelle Folgen nach sich. Die ‚militarisierten Landschaften‘ werden in weiten Teilen zu ‚Geschichte‘. Das betrifft auch breite Bevölkerungsschichten: von der großen Zahl ehemaliger Wehrpflichtiger, Zeit- und Berufssoldaten sowie ziviler Angestellter bis hin zu Akteuren und Sympathisanten der Friedensbewegung.

Was passiert mit Hinterlassenschaften aus der Zeit des Kalten Krieges in Schleswig-Holstein? Wer ‚kümmert‘ sich um sie – und wie? Wer will erhalten – wer nicht – wer stellt überhaupt solche Fragen?