Überlebensraum BRD: Atomkrieg und Geopolitik zwischen Fulda und Bonn

Dr. Ian Klinke, Universität Oxford

Am Samstag, 27. Februar um 19 Uhr hält Ian Klinke von der Universität in Oxford einen öffentlichen Abendvortrag im vhs-Forum Kanzlerpalais in Fulda.

Special Ammunition Site Alten-Busek

Special Ammunition Site Alten-Busek

Der Vortrag beleuchtet das Verhältnis von Geopolitik und Atomkrieg anhand einer Analyse der Architektur des Kalten Krieges in Westdeutschland. Basierend auf seinem im kommenden Jahr erscheinenden Buch ‚Cryptic concrete: A subterranean journey into Cold War Germany‘, entwickelt Ian Klinke die These, dass die architektonischen Formen des Kalten Krieges schon im Proto-Faschismus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts angelegt waren – und somit den Bauformen des Dritten Reiches verwandt sind. Der Vortrag untermauert diese These mit einer Untersuchung von zwei sich ergänzenden architektonischen Räumen: dem Atombunker und dem taktischen Atomwaffenlager. Der Bunker als Bevölkerungsrefugium und das Atomwaffenlager als Bevölkerungsvernichter müssen somit als Archetypen einer neuen räumlichen Ordnung verstanden werden, die den „Kampf ums Dasein“ ins späte 20. Jahrhundert fortführt.

Die Vortragssprache ist Deutsch.

 

IKlinke

Dr. Ian Klinke, Universität Oxford

Dr. Ian Klinke forscht und lehrt seit 2013 an der Universität Oxford im Gebiet der Politischen Geographie. Seine Arbeit befasst sich vor allem mit der deutschen geopolitischen Tradition und den materiellen Landschaften des Kalten Krieges.