„Zur Sicherstellung des Zugangs der Tunnelröhre und zur Wiederaufnahme eines möglichen Betriebs…“

…hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) es abgelehnt, Flächen am alten Haupteingang des ehemaligen Regierungsbunkers zu verkaufen. Das berichtete der Bonner General-Anzeiger. In einem Kommentar ätzte der Autor dann auch:

„Glücklicherweise gibt es noch […] den ein oder anderen kriegerisch veranlagten Diktator auf der Welt, deren Existenz die BIMA-Überlegungen rechtfertigen können. Wenn einer von denen dann tatsächlich böse zuschlägt, wird das Ahrtal endlich zum Nabel der Welt.“

Die ‚Affäre‘ entpuppte sich dann schließlich weder als Lokalposse noch als große Verschwörung mit einer von Atomkriegsängsten gepeinigten BIMA im Zentrum. Vielmehr bedauerte die Bundesanstalt die „missverständliche“ Äußerung: man habe nicht an eine Reaktivierung der Bunkeranlage im ursprünglichen Sinne gedacht, so der General-Anzeiger zur Auflösung der Verwirrungen, sondern wolle nur für gesicherte Fluchtwege für das ein paar Kilometer entfernte Bunkermuseum am anderen Ende des Stollens sorgen.

Eine Zusammenfassung der Geschichte, die die Beteiligten wohl irgendwo zwischen verwundert, belustigt und düpiert zurückgelassen hat, kann man beim Deutschlandfunk nachhören.

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„Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes“

Anlass genug für diesen Blog, kurz den ehemaligen „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes“ vorzustellen. In den 1960er Jahren begann man im Ahrtal südlich von Bonn mit dem Bau des Bunkers, in dem im Ernstfall Bundespräsident und Bundeskanzler, Minister, Abgeordnete des Bundestags, das Bundesverfassungsgericht sowie Leitung von Bundesbank und Bundeswehr unterkommen sollten. 1971 war der Bunker fertiggestellt und umfasste nunmehr ein rund 17 Kilometer langes Stollensystem.

Im Bunker wurde regelmäßig der Ernstfall geprobt, zuletzt im Frühjahr 1989. Acht Jahre später entschied der Bund, dass kostspielige Bauwerk stillzulegen. Bis auf das Museum ‚Dokumentationsstätte Regierungsbunker‘ sind die Tunnelröhren heute komplett leer.

 

Dokumentationsstätte Regierungsbunker

Seit 2008 öffnet die Dokumentationsstätte Regierungsbunker die schweren Bunkertore für Besucher. Allerdings sind nur noch rund 200 Meter Tunnelröhre im Ausbauzustand mit zwei Geschossen zu besichtigen – daran schließt sich der Blick in die leere Betonröhre an. Die Anlage befindet sich übrigens weiter in Bundesbesitz – betrieben wird die Dokumentationsstätte jedoch vom Heimatverein Alt-Ahrweiler. Gemeinsam mit anderen Ausweichsitzen aus Zeiten des Kalten Krieges wird auch die Seite Bunker-Dokumentationsstätten betrieben, die über weitere Museen in Relikten des Kalten Krieges informiert.