Eingangstor zu einem ehemaligen Munitionsdepot bei Bimbach

In der Nähe von Bimbach im Landkreis Fulda gibt es den Multi-Cache „alte Mun-Ranch“. Die gestellte Aufgabe zum Ermitteln der Koordinaten war recht einfach zu lösen, aber trotz intensiver und langer Suche konnten wir den Cache nicht finden. Ende Oktober werde ich einen neuen Versuch starten und hoffe, dass die Vegetation  um diese Jahreszeit nicht mehr so üppig ist…

Ein Friedenszeichen, offenbar in den noch frischen Beton eingeritzt.

Gelohnt hat sich der Ausflug trotzdem: Während ich mit der Fotokamera einen kleinen Rundgang machte, entdeckte mein Begleiter nämlich eine kleine, aber beinahe unverwüstliche Spur der Friedensbewegung: In einer Betonplatte fand er eingeritzt ein Friedens-Symbol. In diesem Fall eine Blume mit dem CND-Zeichen und dem Schriftzug „PEACE“ darüber.

Das ist das erste Mal, dass mir eine Spur des Protests gegen die Rüstung bei der Forschungsarbeit begegnet. Welche Spuren sollten auch solche relativ kurzen Ereignisse wie Demonstrationen, schon Jahrzehnte vergangen, in der Landschaft hinterlassen? Die PEACE-Blume von Bimbach ist sicherlich eine Ausnahme. Allerdings lohnt es sich trotzdem, an Orten wie dem Munitionsdepot in Bimbach genauer hinzuschauen und nach solchen Spuren zu suchen. Sie haben eine Geschichte zu erzählen. Wer hat die Blume in den noch frischen Beton geritzt? Ein Bauarbeiter? Eine Friedensaktivistin, nach Einbruch der Dunkelheit? Vielleicht sogar ein nachdenklicher US-Soldat?

In der britischen Archäologie gibt es eine Fachrichtung, die Archäologie der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart, die sich mit solchen Funden beschäftigt. So gibt es z. B. eine Studie zu den noch heute sichtbaren Spuren des Protests an der Greenham Common Air Base in England während des Kalten Krieges. An einem nur relativ kurz bewohnten Protest-Camp fanden die Archäologen 25 Jahre später rund 150 (!) Artefakte.

Friedenssymbole an der Greenham Common Air Base in England (c) West Berkshire Heritage Service

Eigentlich beschäftige ich mich in meinem Forschungsprojekt nicht mit historischen, sondern mit den heutigen Auseinandersetzungen mit Relikten des Kalten Krieges. Die Friedens-Blume stammt ja offenbar aus einer Zeit, in der die Anlage in Betrieb war oder noch gebaut wurde. Aber wenn man ein solch interessantes Artefakt findet, dann muss ich diese Geschichte zumindest hier erwähnen, auch wenn ich nichts weiter über die Umstände weiß, wie die Blume dort hingekommen ist. Hinweise sind mir natürlich willkommen – denn die Person, die dieses kleine Zeichen des Protests gezeichnet hat, ist ja vielleicht noch unter uns.

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