Ein privates Museum in Quickborn macht heute nachvollziehbar, wie die Bevölkerung im Kalten Krieg vor Angriffen hätte ‚gewarnt‘ werden sollen. In den 60er Jahren wurden in der Bundesrepublik zehn sogenannte Warnämter errichtet.  Das für Hamburg und Schleswig-Holstein zuständige Warnamt I befand sich in der Nähe von Hohenlockstedt. Wie die anderen Warnämter auch wurde es 1998 aufgelöst und das Gelände samt Tiefbunker befindet sich heute in Privatbesitz. Das Museum für zivile Verteidigung – Luftschutzwarnamt I widmet sich dieser Geschichte.

Voll funktionsfähig

Das besondere am Museum ist, dass Teile der technischen Anlagen aus dem Warnamt funktionsfähig wieder aufgebaut wurden. So wird nachvollziehbar demonstriert, wie die Bediensteten zum Beispiel die Ausbreitung einer radioaktiven Wolke bei einem Atombombenangriff rechnerisch vorhergesagt hätten. Dazu wurden verschiedene Informationen – von der Luftlage über Wetterdaten bis hin zu Radioaktivitäts-Messwerten – ausgewertet.

Die Warndienst-Taktiker hätten dann entschieden, in welchen Landesteilen die Luftschutz-Sirenen die Bevölkerung warnen sollen. Aus dem Warnamts-Bunker konnten alle Sirenen im Land gruppenweise bedient werden. Außerdem waren Sprach-Ansagen an sogenannte Warnstellen in Behörden und die Übermittlung von Durchsagen an den Rundfunk möglich. Sogar die Original-Tonbandaufnahmen für den Rundfunk kann man im Museum nachhören. Genutzt wurde die aufwändige Technik nur in Übungen, da der ‚heiße‘ Kalte Krieg ausblieb.

Medienberichte zum Museum Luftschutzwarnamt I: Pinneberger Tageblatt (Aug 2012), Hamburger Abendblatt (Jul 2013)

Drei Sammlungen

Das Museum hat drei Sammlungsbereiche: An erster Stelle stehen die originalen Ausrüstungsgegenstände des Warnamts I, dass teilweise durch Objekte aus anderen Stellen ergänzt wurde. Insbesondere für die historische Forschung ist der zweite Sammlungsteil, das Aktenarchiv, eine wertvolle Quelle. Drittens verfügt das Museum über eine Sammlung von über 600 Lehrfilmen aus der Zeit des Kalten Krieges.

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Umfangreiche Informationen zum Warndienst der Bundesrepublik findet man online u.a. bei geschichtsspuren.de sowie bei Wikipedia.